FAQs

Kreuzfahrt und Umweltschutz

1. Verschmutzen Kreuzfahrtschiffe maßgeblich die Meere und Häfen mit ihren Abgasen?

  • Nein. Kreuzfahrtschiffe machen einerseits nur 0,5 Prozent der weltweiten Schifffahrt aus und sind andererseits Vorreiter in Sachen Umweltschutz verglichen mit der gesamten Schifffahrtsbranche.

  • Um Meere, Häfen und Küsten zu schützen, investiert die Kreuzfahrtindustrie jedes Jahr erheblich in neue und effiziente Technologien im Bereich Abgasminderung, Müllentsorgung und Abwassermanagement. So konnte beispielsweise der Treibstoffverbrauch von Kreuzfahrtschiffen pro Passagier in den vergangenen 20 Jahren um bis zu 70 Prozent reduziert werden.

2. Wie effektiv ist die Technologie zur Abgasminderung? Und fahren Schiffe mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen immer noch mit Schweröl?

  • Entscheidend ist, was am Ende aus dem Schornstein kommt. Das Ziel der Kreuzfahrtreedereien ist es, möglichst wenig Emissionen produziert werden. 

  • Die neuen Abgasnachbehandlungssysteme reduzieren den Ausstoß von Rußpartikeln, Schwefeloxid, Stickoxid um 90 Prozent und mehr. Zudem kommen bereits mehrstufige Abgasreinigungssysteme zum Einsatz, die unterschiedliche Emissionen gleichzeitig behandeln können.

3. Dürfen Kreuzfahrtschiffe in der Nord- und Ostsee noch mit Schweröl fahren?

  • Nein, das Fahren mit Schweröl ist in der Nord- und Ostsee nicht mehr erlaubt. Ab 1. Januar 2015 dürfen Schiffe in der Nord- und Ostsee nur noch Brennstoffe mit einem maximalen Schwefelgehalt von 0,1 Prozent verwenden.

  • Der Gesetzgeber lässt den Reedereien bewusst die Wahl, ob sie niedrig-schwefeligen Brennstoff verwenden oder Entschwefelungsanlagen, sog. Scrubber einsetzen, um das gleiche Ergebnis zu erreichen.. 

4. Wie werden die Häfen und Hafenstädte vor den Schiffsabgasen geschützt?

  • Bereits seit 2010 ist es Schiffen in deutschen Häfen untersagt Schweröl zu benutzen. Schiffe verwenden schwefelarmen Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von max. 0,1 Prozent. Die Stromaggregatoren der Schiffe, die während der Liegezeit u.a. den Strom für die Beleuchtung generieren, laufen mit Schiffsdiesel.
  • Darüber hinaus gibt es in den deutschen Häfen Bestrebungen, Kreuzfahrtschiffen mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen. Diese Energieversorgung mit Strom aus dem öffentlichen Stromnetz erlaubt es den Schiffen, während ihrer Liegezeit nahezu alle Motoren auszustellen.

  • Beim Einsatz von Landstrom geht der Hamburger Hafen mit gutem Beispiel voran. Im nächsten Jahr wird im Terminal Altona eine Landstromanlage in Betrieb genommen. Auch Kiel plant einen Landstromanschluss für das Terminal am Norwegenkai. Viele Kreuzfahrtschiffe sind bereits für die Versorgung mit Landstrom vorbereitet.

  • Eine andere Möglichkeit für die umweltfreundliche Stromerzeugung im Hafen ist der Einsatz von Power-Bargen. Diese wandeln Flüssiggas(LNG) über Gasmotoren in Strom um, ohne dass Schwefeloxide oder Rußpartikel entstehen. Der Hamburger Hafen ist auch hier Vorreiter. Seit Mai 2015 bietet erstmals eine LNG-Barge Kreuzfahrtschiffen während der Liegezeit eine umweltfreundliche Energieversorgung.

5. Wann werden die ersten Kreuzfahrtschiffe mit LNG fahren?

  • LNG könnte in der Zukunft als alternativer umweltfreundlicher Treibstoff für Kreuzfahrtschiffe eingesetzt werden. Bereits 2019 / 2020 sollen die ersten Kreuzfahrtschiffe auf den Markt kommen, die LNG als Treibstoff nutzen. Zurzeit stellt jedoch eine fehlende LNG-Infrastruktur in den Häfen eine Herausforderung dar.  

6. Wird der Müll, der während einer Kreuzfahrt entsteht, einfach über Bord geworfen?

  • Grundsätzlich verbieten es internationale Vorschriften, Müll ins Meer zu werfen. Um den Müll von mehreren tausend Personen fachgerecht zu lagern und zu behandeln, haben Kreuzfahrtschiffe die notwendigen Anlagen mit an Bord. Diese hochmodernen Anlagen sind bei größeren Kreuzfahrtschiffen mit den Stadtwerken kleinerer Städte vergleichbar.

  • Die Reedereien müssen genau dokumentieren, wie sie mit dem Müll an Bord umgehen, beispielsweise anhand eines Mülltagebuchs.

  • Erklärtes Ziel ist es aber, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Deshalb versuchen die Reedereien, das Abfallaufkommen pro Gast und Tag konsequent zu reduzieren. Dazu werden bei-
    spielsweise Nahrungsmittel in großen Gebinden eingekauft, um viele kleine Verpackungen zu vermeiden. Um die Abfälle möglichst platzsparend zu lagern, werden Metall und Glas gepresst und zerkleinert.

7. Werden Abwässer tatsächlich ungeklärt in die Meere entlassen?

  • Bei einem Abstand von mehr als zwölf Seemeilen von der Küste entfernt, wäre nach internationalem Recht die Einleitung von Schwarzwasser ins Meer zulässig. Die CLIA-Mitgliedsreedereien haben sich allerdings freiwillig dazu verpflichtet, hiervon keinen Gebrauch zu machen.
  • Aber auch alles andere Abwasser, das an Bord eines Kreuzfahrtschiffes anfällt, z. B. in der Wäscherei, beim Duschen und Händewaschen, sowie in den Küchen, wird von der bordeigenen Kläranlage gereinigt, bevor es ins Meer abgelassen wird oder an Land entsorgt wird. Das geklärte Wasser erreicht bei den modernen Kläranlagen nahezu Trinkwasserqualität.

  • Diese biologischen Kläranlagen an Bord sind hochkomplexe Anlagen, die viel mehr können müssen als entsprechende Anlagen an Land: Bei geringerem Platz müssen sie Seegang, Vibrationen und wechselndes Klima aushalten können.

8. Wie engagiert sich CLIA für eine nachhaltige Kreuzfahrt?

  • Um eine nachhaltige Kreuzfahrt zu gewährleisten, bedarf es eines regelmäßigen Austauschs zwischen Reedereien, Politik, Häfen, Werften und Zulieferern – diesen kontinuierlichen Dialog fördert CLIA aktiv. Ein Beispiel hierfür ist der jährlich stattfindende Umwelttag von CLIA Deutschland, der sich aktuellen Umweltthemen widmet und unabhängige Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt.

  • Auch der Austausch mit NGOs ist CLIA ein Anliegen. CLIA fordert hierbei jedoch eine sachliche Diskussion. So befürworten wir beispielsweise regelmäßige fachgerechte Luftmessungen, um sicherzustellen, dass Grenzwerte eingehalten werden ebenso wie die Kontrolle anderer Auflagen zum maritimen Umweltschutz.  

9. Wie kann ich selbst zum Umweltschutz beitragen, wenn ich auf Kreuzfahrt gehe?

  • Viele Reedereien bieten nachhaltige Landausflüge an und unterstützen Umweltschutzprojekte in den verschiedenen Destinationen. Darüber hinaus können Gäste neuerdings bei einigen Reedereien einen freiwilligen Betrag zahlen, um die durch ihre Reise verursachten CO2-Emissionen zu kompensieren. 

 

Kreuzfahrt und Sicherheit

Zehn Sicherheitsmaßnahmen der CLIA-Mitgliedsreedereien

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1. Befestigung schwerer Objekte

2. Aufbewahrungsorte von Rettungswesten

3. Harmonisierung von Vorgängen auf der Brücke

4. Registrierung der Personalien der Passagiere 

5. Richtlinien zur Musterung + Notfallmaßnahmen

6. Zusätzliche Rettungswesten

7. Reiseplanung

8. Zugang zur Brücke

9. Internationale Nottfallübung für Passagiere (Muster Drill)

10. Rettungsboottraining